Premiere in der Bezirksliga – Unentschieden gegen Vorjahresmeister SC Aurich

Text: Florian Bühler ; Fotos: Dimitri Debus

Nachdem wir uns in der vergangenen Saison mehr oder weniger souverän den Aufstieg in die Bezirksliga gesichert hatten, galt es nun, bei unserer Premiere in der höchsten Spielklasse des Schachbezirks eine gute Figur zu machen. Als Mannschaftsführer hatte ich im Vorfeld das Glück, auf alle Stammkräfte zurückgreifen zu können. Und das war auch dringend nötig, denn mit dem SC Aurich kam am 20. September 2026 der aktuelle Bezirksligameister zu Besuch. Aurich hatte in der vergangenen Saison den Titel errungen, jedoch aufgrund von Personalmangel auf den Aufstieg verzichtet. Auf dem Papier waren die Gäste aus Ostfriesland leicht favorisiert.

Zum Matchverlauf: 

An Brett 6 feierte Johannes nach neun Jahren Abstinenz sein Pflichtspiel-Comeback. Es wurde allerdings eine eher ruhige Angelegenheit, da nach einer guten halben Stunde die Friedenspfeifen geraucht wurden. Die Stellung war zwar etwas vorteilhaft, aber Johannes hätte den Gegner schon noch lange kneten müssen. Vielleicht herrscht ja am kommenden Spieltag mehr Kampfgeist. 

An Brett 5 stand Heiko anfangs sehr komfortabel. Bauer mehr mit Schwarz, viel mehr Zeit und eine schöne Stellung. Deshalb war ich umso überraschter, als ich bei meinem erneuten Spaziergang durch den Spielsaal erkennen musste, dass sich das Blatt komplett gewandelt hatte. Keine Spur von Mehrbauern, Stellungs- und Zeitvorteil. Kurze Zeit später war der Spuk vorbei und Heiko verschwunden. 

Ich hatte an Brett 1 mit Wolfram Sauer nominell einen der stärksten Spieler der Liga vor der Brust. Mit Schwarz kam ich in einer englischen Partie solide aus der Eröffnung. Mein Kontrahent verpasste einen vorteilhaften Leichtfigurenabtausch, wodurch ich deutlich in Nachteil geraten wäre Im Mittelspiel wurden dann fleißig Figuren getauscht und ich ging mit einem Bauernvorstoß am Königsflügel zum Angriff über. Wolfram setzte nicht optimal fort und landete in einem Mattnetz mit Dame und Turm. 


Blick auf die Bretter 1 und 6

Ludger hatte die letzten Tage mit Fieber zu kämpfen gehabt und in einem Abtausch-Franzosen bereits viel Zeit verbraten. Irgendwann war dann ein Bauer weg. Man hätte das Schwerfigurenendspiel trotzdem noch halten können, da der gegnerische König etwas luftig unterwegs war, aber Ludger verlor auf Zeit. 

Thomas hatte an Brett 3 einen jugendlichen Kontrahenten, der als Weißer in einer italienischen Partie schon mal gar nichts aus der Eröffnung herausholen konnte. Zudem war er auch noch viel langsamer als Thomas, weshalb ich früh optimistisch sein konnte. Thomas baute den Vorsprung kontinuierlich aus und durch ein paar taktische Finessen flog die gegnerische Stellung komplett auseinander. Zwischenstand: 2,5:2,5


Blick auf Brett 3

Iljas Partie war somit entscheidend für den gesamten Mannschaftskampf. Er hatte sich eine schöne Stellung mit Raumvorteil erarbeitet und war eigentlich die ganze Partie über am Drücker. Just in dem Moment, als ich schon dachte, Ilja hätte eine Figur eingestellt, packte er mehrere taktischen Knaller aus, die ihn noch in ein Dauerschach retteten. Wahrscheinlich war sogar mehr drin, aber das wird die Analyse zeigen. 

Unterm Strich steht ein Unentschieden gegen den Vorjahresmeister: 3 – 3. Es wäre evtl. auch ein Sieg drin gewesen. Wir können also stolz auf unsere Leistung sein und es würde doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir in dieser Spielzeit nicht oben mitspielen könnten. 

Alle Ergebnisse der 1. Runde der Bezirksliga 2026/2027 können hier gefunden werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert